Thomaner

5. Hammerschmidtehrung, 13.11.2020, 17:00 Uhr, Kirche St. Johannis Zittau

Konzert des Thomanerchores (Leipzig, unter Leitung von Prof. Gotthold Schwarz) & Prof Jaroslav Tůma (Orgel, Prag), Vortrag Prof. Dr. Heinemann (HfM Dresden)

Tickets sind ausschließlich online erhältlich: Link (bitte klicken) - Eintritt frei & Spenden erbeten!

Bitte beachten Sie die jeweils gültige Corona-Schutzverordnung. Beim Eintritt in die Johanniskirche benötigen Sie eine Ticketreservierung und einen Mund-Nasen-Schutz, den Sie im Konzert ablegen können.


 KMS Hintergrund wsKuWeit LogoEKZ LogoZittau LogoEine Veranstaltung der Kreismusikschule Dreiländereck (Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft mbH), des Euroregionalen Kulturzentrums e.V. und der Stadt Zittau

 

SparkassekulturraumLandkreisUnterstützt von der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, dem Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien und dem Landkreis Görlitz

 

Freistaat Sachsen Logoteaser logo rdax 87Gefördert durch den Freistaat Sachsen innerhalb der Projektreihe „Revolution und Demokratie“

 

 

© Matthias KnochDer Thomanerchor, dessen Geschichte bis ins Jahr 1212 zurückreicht, ist die älteste kulturelle Einrichtung der Stadt Leipzig. 800 Jahre musica sacra prägt die Chorgeschichte, die alle politischen, städtischen, religiösen und schulischen Auseinandersetzungen überdauert hat. Durch das Wirken vieler Thomaskantoren, unter ihnen der bedeutendste, Johann Sebastian Bach (Thomaskantor 1723 bis 1750), wurden die Thomaskirche Leipzig und die Stadt zum Zentrum protestantischer Kirchenmusik. Der traditionsreiche Knabenchor hat seine Heimstatt in der Thomaskirche, der Hauptwirkungsstätte Bachs, und fühlt sich dessen Erbe besonders verpflichtet. Dennoch finden sich in den Programmen Chorwerke aus allen Epochen der Musikgeschichte von der Gregorianik bis zur Moderne. Die täglichen Proben bereiten die Motetten sowie die Gottesdienste in der Thomaskirche mit wöchentlich mehr als 2000 Zuhörern vor. 

Im 20. Jahrhundert begann auch eine rege Konzerttätigkeit des Chores, die ihm zu weltweiter Berühmtheit verhalf. Heute ist der Thomanerchor eine feste Größe des deutschen und europäischen Musiklebens, als kultureller Botschafter ist er darüber hinaus weltweit gefragt. Regelmäßige Konzertreisen führten den Chor in Länder wie die USA und Kanada, Israel, China, Japan, Australien, Brasilien und Argentinien.

© Gert MothesGotthold Schwarz ist der 17. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach. Er wurde am 9. Juni 2016 zum Thomaskantor berufen und am 20. August 2016 offiziell in das Amt eingeführt. Als Sohn eines Kantors in Zwickau geboren, erhielt er nach kurzzeitiger Mitgliedschaft im Thomanerchor seine musikalische Ausbildung an der Kirchenmusikschule Dresden sowie an der Hochschule für Musik »Felix Mendelssohn Bartholdy« in Leipzig. Er studierte Gesang bei Gerda Schriever, Orgel bei Thomasorganist Hannes Kästner und bei Wolfgang Schetelich, Dirigieren bei Max Pommer und Hans-Joachim Rotzsch. Im Rahmen weiterer Studien sowie in Meisterkursen und bei Akademien arbeitete er darüber hinaus u. a. mit Hermann Christian Polster, Peter Schreier und Helmuth Rilling. Gotthold Schwarz, der von 1979 an als Stimmbildner im Thomanerchor tätig war, vertrat bereits seit den 1990er Jahren mehrfach den Thomaskantor. Dabei dirigierte er die Motetten-, Kantaten- und Oratorienaufführungen des Thomanerchores; zudem waren ihm weitere Aufgaben als interimistisch amtierenden Kantor anvertraut. Mit dem weltweit bekannten Knabenchor unternahm er zahlreiche Gastspiele in Deutschland, Europa und nach Übersee (Japan, China, USA und Kanada), mehrere zusammen mit dem Gewandhausorchester Leipzig. Gotthold Schwarz ist darüber hinaus Initiator und Leiter des Concerto Vocale, des Sächsischen Barockorchesters, der Leipziger Cantorey und des Bach Consort Leipzig. In Anerkennung seiner besonderen Verdienste wurde der vielseitige Sänger und Dirigent am 4. Oktober 2017 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. In der Begründung wurde u. a. hervorgehoben: „Gotthold Schwarz zählt zu den herausragenden Sängern der Alten Musik in Deutschland. 1990 rief er die Leipziger Musikgesellschaft e. V. ins Leben, die sich Werken der älteren Musikgeschichte widmet und deren künstlerischer Leiter er ist.“ Im März 2018 erhielt er zudem den Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg.

TumaDer international tätige Organist Jaroslav Tůma (* 1956 in Prag) machte schon während des Studiums am Prager Konservatorium und an der Akademie der musischen Künste bei Milan Slechta und  Zuzana Růžičková bei internationalen Wettbewerben auf sich aufmerksam. Zu seinen größten Erfolgen zählen jeweils der 1. Preis bei den Orgel- und Improvisations- Wettbewerben in Nürnberg im Jahre 1980 und in Haarlem 1986. Weiterhin erhielt er Auszeichnungen in Linz 1978, Prager Frühling 1979 und beim Bachwettbewerb in Leipzig 1980. In den Jahren 1990 bis 1993 führte Jaroslav Tuma die gesamten Orgelwerke von Johann Sebastian Bach auf, wofür ihm der Jahrespreis der Stiftung „Tschechischer Musikfond“ verliehen wurde. Seit 1990 unterrichtet Jaroslav Tuma an der Musikfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag. 

http://jaroslavtuma.cz

 

 

 

Heinemann MichaelMichael Heinemann legte 1977 sein Abitur am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium Bergisch Gladbach ab. 1978 bis 1985 studierte er Katholische Kirchenmusik (A-Examen 1982), Musikpädagogik (Staatliche Musiklehrerprüfung 1983) und Konzertfach Orgel (Klasse Wolfgang Stockmeier, Hochschuldiplom 1985) an der Musikhochschule Köln. Von 1982 bis 1988 nahm er das Studium der Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an den Universitäten Köln, Bonn und Berlin auf und schloss es 1988 mit dem Magister Artium ab. 1986 bis 1989 wirkte er als Tutor am Musikwissenschaftlichen Institut der TU Berlin bei Carl Dahlhaus. 1989 bis 1991 erhielt er ein Promotionsstipendium des Landes Berlin und wurde 1991 an der TU Berlin mit einer Dissertation zur Bach-Rezeption Franz Liszts promoviert. 1991 bis 1993 war er freiberuflich als Musikwissenschaftler tätig, publizierte Bücher und übernahm redaktionelle Arbeiten für Rundfunkanstalten. Zugleich nahm er Lehraufträge an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden sowie der Folkwang-Hochschule Essen wahr. 1994 bis 1996 wurde ihm ein Habilitandenstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewährt. 1997 wurde Heinemann an der TU Berlin mit einer Studie zur Musiktheorie im 17. Jahrhundert habilitiert. 1998 bis 2000 vertrat er eine Professur für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Seit 2000 ist er dort Professor für Historische Musikwissenschaft, Von 2003 bis 2006 wirkte er als Dekan des Fachbereichs II. Arbeitsschwerpunkte bilden u. a. die Geschichte der Bach-Rezeption sowie – in Zusammenarbeit mit dem Robert-Schumann-Haus Zwickau – eine Gesamtausgabe der Briefe Robert und Clara Schumanns (im Verlag Dohr), zu deren Editionsleitern Michael Heinemann gehört. Heinemann ist Herausgeber der Andreas-Hammerschmidt-Gesamtausgabe und Mitherausgeber zahlreicher Bücher und Schriftenreihen.